Vögl Automobile

traurige Mitteilung

alfred_voegl_klein       kreuz

Alfred Vögl 
† 30.06.2011

Der Motor ist abgestellt.


Am vergangenen Donnerstag verstarb im 83. Lebensjahr der Seniorchef  und Unternehmer Alfred Vögl. Als Mitgründer des Autohauses Vögl hat er sein ganzes Leben der Automobilität und der automobilen Technik gewidmet. Seine Ausbildung und seine fachliche Qualifikation war es, mit der er die Startvoraussetzungen schuf und die Richtung des Familienunternehmens hin zum Automobil und zur automobilen Technik vorgab. Als Sohn einer Landwirtstochter und eines Polizeibeamten im Staatsdienst war er ursprünglich in die Kriegsjahre und in karge Verhältnisse hinein geboren. Bereits im jungen Alter von 18 Jahre verlor er seinen Vater und wuchs als ältester Sohn  mit seiner Mutter und seinen beiden Geschwistern in Dingolfing – Friedenheim auf. Eine zufällige Begegnung auf der alten Dingolfinger Isarbrücke mit dem  Unternehmerpatriarchen Hans Glas war es, die das Leben des jungen KFZ Mechanikers Alfred Vögl entscheidend mitgeprägt hat. Für Glas eine Verkehrspanne – für Alfred Vögl ein Glücksmoment. Hans Glas brachte Ihn in seine Nähe. Überzeugt von den technischen Fähigkeiten des jungen Mannes, dazu seine Zuverlässigkeit, seine Pünktlichkeit und seine Aufrichtigkeit schätzend, stellte Glas, Alfred Vögl als persönlichen Chauffeur in seinen Dienst. Dabei war der Unternehmer Glas mehr als ein Arbeitgeber für den jungen Alfred – er wurde sein Mentor und Vorbild.


Glas war es auch, der den Gebrüdern Vögl dazu geraten hat, sich mit Automobilen seiner Marke selbständig zu machen. Dem Rat folgend, errichteten die Brüder Alfred und Max Vögl eine Esso Tankstelle mit Kfz- Reparaturwerkstätte an der ehemaligen B11 und nahmen später Ihre Schwester Therese mit in den Betrieb auf. Motorentechnik und Mobilität war der Trend der Nachkriegszeit den die Brüder Vögl erkannten und dem speziell Alfred Vögl als KFZ Meister seine technischen Fähigkeiten widmete. Mit der Übernahme der Glaswerke durch die BMW AG in den frühen siebziger Jahren wechselte auch Alfred Vögl und die Firma Vögl zur Marke BMW und schloss am Werksstandort Dingolfing einen BMW Händlervertrag, der seit fast 50 Jahren das Fundament der Unternehmung bildet und bis heute Gültigkeit hat. Es war die Treue und die Loyalität seiner Partner gegenüber, die Alfred Vögl vorlebte und mit der er nicht nur geschäftlichen Partnerschaften Nachhaltigkeit und Fruchtbarkeit verlieh. 1968 schloss er den Bund der Ehe mit Marielle Mayer vom damaligen Grüblhof. Aus der über vierzigjährigen Ehe mit seiner Frau Marielle gingen die beiden Söhne Alfred und Franz hervor. Er war ihnen ein wachsamer und treu sorgender Vater und führte die beiden ins Leben hinein. Bereits vor mehr als 10 Jahren gab er seinen Teil der beruflichen Verantwortung an seine beiden Söhne ab. Das Betriebsinteresse erhielt er sich bis zuletzt und verfolgte die Weiterentwicklung der Unternehmung. Mit besonderer Freude nahm er auch an den Kinderjahren seiner beiden Enkel, Steffi und Matthias, teil.


„Do geh rein, setz dich a weng her und erzähl mir was.“ - war seine Art Geselligkeit zu leben. Er war ein Zuhörer, aber mit Oberflächlichkeiten kaum zu unterhalten. Vor allem am Freitags-Stammtisch, in Dingolfings „Alter  Post“, den er über 50 Jahre besuchte, verbrachte er heitere Stunden im Kreise seiner Freunde. Die durch seine Chauffeurstellung liebgewonnene Reiselust erhielt sich Alfred Vögl so lange es ging. Viele Fernreisen nutzte er um Eindrücke zu gewinnen. Mit zunehmendem Alter wurden aber seine Möglichleiten Mobilität zu leben immer weniger. Regelmäßig besuchte er noch den Dingolfinger Wochenmarkt. Dort war er, in Begleitung seines Hundes, gerne zum Einkaufen unterwegs.  
Als eine Triebfeder der Unternehmung mit mehr als 140 Mitarbeitern war Alfred Vögl eine starke Persönlichkeit. Von stattlicher und großer Figur, war er mit Ernsthaftigkeit versehen. Seine Erscheinung schaffte Vertrauen. Die Mitarbeiter der Unternehmung  respektierten seine Strenge und schätzten Ihren Seniorchef für seine Geradlinigkeit. Er war damit stets ein berechenbarer Partner mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Einerseits berufliche und fachliche Leistung einfordernd, aber auch das Engagement und die Zuverlässigkeit seiner Mitarbeiter honorierend, leistete er in seiner Umgebung dort Hilfestellung wo Hilfe gefragt war.

Alfred Vögl gehörte vielen Dingolfinger Traditionsvereinen als Mitglied an. Als Vorstand führte der den Motorsportclub Dingolfing über mehr als ein Jahrzehnt. Er wurde dafür mit der goldenen Ehrennadel des ADAC ausgezeichnet. Stolz auf seinen Berufsstand trat er dafür ein, dass der Innungsbezirk Dingolfing gegründet wurde. Für 50 Jährige Meistertätigkeit im KFZ Handwerk wurde Alfred Vögl von der KFZ Innung Niederbayern und der Handwerkskammer mit dem goldenen Meisterbrief ausgezeichnet.  


Im Laufe seines beruflichen Lebens reifte Alfred Vögl auf der Basis seines Meisterbriefes zum Automobilunternehmer. Er war Botschafter seines Hauses und seiner Marke BMW am Werksstandort und trug dazu bei, das Autohaus über die Grenzen Niederbayern hinaus bekannt zu machen.

Als Automobilist hat Alfred Vögl sein Triebwerk jetzt abgestellt und sein Leben in Zahlung gegeben.